Aufmerksamkeit und Handlungssteuerung: Grundlagen für die by Hermann J. Müller, Joseph Krummenacher, Torsten Schubert

By Hermann J. Müller, Joseph Krummenacher, Torsten Schubert

Selektive Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, relevante Informationen auszuwählen und nicht relevante oder störende zu ignorieren. Diese selektive Aufmerksamkeit spielt sowohl bei der Interaktionen mit anderen Menschen, der Bewegung in der Umwelt, der Nutzung von technischen Geräten, der Planung von zielgerichteten Handlungen wie auch bei der Kontrolle von Denkprozessen eine zentrale Rolle in der menschlichen Kognition.

Ein wesentliches Merkmal dieses Buches liegt darin, dass verschiedene Phänomene der selektiven Aufmerksamkeit dargestellt werden und dass das in den einzelnen Kapiteln entwickelte Wissen auf Alltagssituationen im täglichen Leben bezogen werden kann. Auch kann es zur Lösung von Problemstellungen in diversen spezifischen Bereichen, z.B. im Bereich der Ergonomie angewandt werden.

Zielgruppen für dieses Werk sind Studierende und praktisch Tätige in den Kognitionswissenschaften, Neurowissenschaften, Medizin, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Software-Ergonomie, Sportwissenschaften, Ingenieurwissenschaften.

Zum Inhalt: Basierend auf experimentellen Methoden werden die aus der aktuellen Forschung resultierenden Erklärungsansätze vorgestellt und diskutiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Integration von kognitionspsychologischen Befunden und Modellen mit neurokognitiven Ansätzen. Dieser integrative Ansatz dient dazu, neurokortikale Korrelate von Aufmerksamkeitsphänomenen im Sinne der Aktivität spezifischer Gehirnmodule bzw. kortikaler Netzwerke zu beschreiben.

Für das Verständnis des Buches unentbehrliche methodische Ansätze und theoretische Grundlagen werden im Haupttext gesondert in Textboxen herausgestellt. Für eilige Leser und für einen raschen und kurzen Überblick sind die wichtigsten Kernaussagen jeweils am Kapitelende zusammengefasst

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Sternbergs Überlegung geht von der Annahme aus, dass zwei (aufeinanderfolgende) Verarbeitungsstufen existieren, die voneinander unabhängig sind und deren Verarbeitungszeiten sich nicht überlappen. Wenn nun ein bestimmter Faktor (ausschließlich) die erste Stufe und ein anderer Faktor (ausschließlich) die zweite Stufe beeinflusst, so sollten die beobachteten Effekte der beiden Einflussfaktoren additiv sein, und es sollten keine Interaktionen auftreten. Die Logik additiver Faktoren soll anhand einer inzwischen klassischen Studie zum Absuchen von Gedächtnisinhalten (Sternberg 1966) dargestellt werden.

Zusammengenommen sind diese Befunde mit einer Art prämotorischen Theorie der Aufmerksamkeit, wie sie zuerst von Rizzolatti et al. (1987) vorgeschlagen wurde, vereinbar, wobei es für die Zuweisung ortsbezogener Aufmerksamkeit allerdings kein striktes Primat okulomotorischer Vorbereitungsprozesse zu geben scheint (die Planung von sequentiellen Handbewegungen führt zu ähnlichen Effekten wie die von Augenbewegungen). Deubel und Kollegen (Schiegg et al. 2003; Deubel und Schneider 2004) gehen davon aus, dass an die Handmotorik gekoppelte Prozesse der Aufmerksamkeitszuweisung letztlich mit der intendierten „Manipulation“ von Objekten zu tun haben, wobei insbesondere die multiplen Griffpunkte eines Objekts beachtet werden.

Die Wahrscheinlichkeit, ein korrektes Urteil abzugeben, ist am höchsten, wenn sich das Urteil auf dasselbe Objekt bezieht, unabhängig davon, ob es sich um ein einfaches (dunkler Balken links) oder ein duales Urteil (dunkler Balken rechts) handelt. Einfache Urteile, die sich (über Durchgänge hinweg) einmal auf das eine oder das andere Objekt beziehen (heller Balken links), sind etwas ungenauer als Urteile, die sich immer auf dasselbe Objekt beziehen (dunkler Balken links), und duale Urteile, die sich (im jeweils gleichen Durchgang) auf unterschiedliche Objekte beziehen (heller Balken rechts), sind wesentlich ungenauer als duale Urteile, die sich auf dasselbe Objekt beziehen (dunkler Balken rechts) Vielecke unterschiedlich hoch waren.

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